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Mensch und Maschine – fließende Grenzen?

Exoskelette bilden eine Symbiose aus Mensch und Maschine. Die von außen am Körper befestigten „Skelette“ können vielseitig eingesetzt werden. Doch welche Potenziale gibt es konkret?

Exoskelette erlauben es Menschen, trotz motorischer Einschränkungen betroffene Körperteile zu bewegen.
Exoskelette erlauben es Menschen, trotz motorischer Einschränkungen betroffene Körperteile zu bewegen.(© chudakov2 – Getty Images Pro via Canva.com)

Die Verbindung von Mensch und Maschine durch Exoskelette markiert einen technologischen Meilenstein – ein erster Schritt auf dem Weg hin zu dieser Entwicklung sind Exoskelette. Die biomechanischen Strukturen werden als „äußere Skelette“ am menschlichen Körper angebracht und unterstützen, verstärken oder ermöglichen auf diese Weise unterschiedliche Bewegungen.

Neue Maßstäbe menschlicher Leistungsfähigkeit?

Exoskelette können so körperliche Grenzen überwinden. Sie verbinden die menschliche Anatomie mit den technischen Fortschritten der Robotik und können die physischen Fähigkeiten des menschlichen Körpers erweitern. Durch präzise Sensoren und Motoren erkennen und verstehen Exoskelette die Bewegungen des Trägers, um sie zu verstärken oder zu korrigieren. Diese Technologie findet Anwendung in Bereichen der Medizin, der Industrie und im Militär.

In der Medizin unterstützen Exoskelette Patienten beispielsweise bei der Rehabilitation nach Verletzungen oder Schlaganfällen, indem sie gezielte Bewegungen fördern. In industriellen Anwendungen ermöglichen sie Arbeitern das Heben schwerer Lasten, wodurch die Effizienz gesteigert und das Verletzungsrisiko minimiert wird. Im militärischen Kontext können Exoskelette Soldaten mit zusätzlicher Kraft und Ausdauer ausstatten.

Dabei unterscheidet man in aktive und passive Exoskelette. Der wesentliche Unterschied liegt dabei darin, auf welche Art und Weise das Gerät den Menschen unterstützt. Aktive Exoskelette nutzen dazu einen Motor, funktionieren mittels Druckluft. Passive Exoskelette hingegen nutzen zur Unterstützung mechanische Komponenten wie Sprungfedern oder elastische Bänder. Dadurch bieten aktive Exoskelette dem Menschen mehr Unterstützung, sind jedoch auch schwerer. Das macht sie nicht nur sperriger, sondern können bei längerer Tragedauer als Last empfunden werden.

Extra Skelett vs. extra Muskeln

Einen neuen Ansatz bei Exoskeletten präsentierte die Firma Myoswiss auf der diesjährigen Medizinfachmesse Medica in Düsseldorf. Der so genannte Myosuit greift die Idee der Exoskelette auf, folgt jedoch einer anderen Vision. Anders als ein starres Exoskelett, trägt er sich ähnlich wie eine Latzhose und legt sich wie eine Extraschicht Muskeln.

Er funktioniert wie eine aktive Orthese, die Menschen mit Mobilitätseinschränkungen in den Beinen das Training von Kraft, Ausdauer und Gleichgewichtsaktivitäten ermöglicht. Dabei unterstützt der Myosuit die vom Nutzer eigens initiierten Bewegungen, indem er schwache Muskelsignale erkennt und durch Orthesenbewegung individuelle Unterstützung und Kraft im Hüftbereich und den Beinen aktiviert. Dabei ist der Anzug handlich und leicht und kann sowohl in der Physiotherapie als auch im Alltag eingesetzt werden.

Tom Illauer

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